Baccarat
Geschichte
Das Karten-Glücksspiel Baccara (auch Baccarat oder Bakkarat) ist angeblich im 16. Jahrhundert in Neapel entstanden. Der Name leitet sich vom neapolitanischen Dialekt ab. Baccara bedeutet dort "Null". Andere Forschungsergebnisse besagen jedoch, dass Baccarat erst im 19. Jahrhundert erfunden worden ist.
Das Spiel
Baccarat wird mit sechs französischen Kartenspielen (zu je 52 Karten) gespielt. Insgesamt sind also 312 Blatt im Spiel. Die Kartenspiele besitzen gleichmäßige Rückseiten ohne Muster. Drei Spiele haben einen rosafarbigen Rücken, drei Sätze sind blau.
Das Ziel von Baccarat ist, mit zwei oder drei Karten neun Punkte zu erzielen oder näher an diese Punktzahl zu sein, als der Gegenspieler.
Die Wertung der Karten sieht folgend aus: Das As zählt einen Punkt. Punktekarten von 2 bis 9 jeweils den Nummernwert. Bildkarten und die Zehn zählen null Punkte. Erreicht ein Spieler nun mit seinen Karten mehr als neun Punkte, so zählen nur die hinteren Augen. Hat der Spieler nun 10 Punkte, gibt es null Punkte, also Baccara. Hat er zwölf Augen, dann gibt es zwei Punkte.
Varianten
Es gibt zwei verschiedene Hauptvarianten, die in den Kasinos gespielt werden. "Baccara chemin de fer" und "Baccara banque". "Chemin der fer" ist die bekannteste Art des Baccarat.
"Chemin der fer" ist Filmfans übrigens besonders durch 007 - James Bond bekannt, der dieses Spiel zum Beispiel bei seinem ersten Auftritt überhaupt bei "James Bond jagt Doktor No" gespielt hat.
Chemin der fer Regeln
Vor dem Spiel werden die Karten vom Croupier gemischt. Der Spieler zu dessen linken hebt ab (Coupieren). Das Mischen als auch das Abheben / Schneiden erfolgt einem ganz bestimmten Muster. Nach dieser Zeremonie werden die Karten in den Schlitten gesteckt.
Der Spieler rechts vom Croupier ist die Bank im ersten Spiel und übergibt den Einsatz. Die anderen Spieler setzen gegen den Banquier. Dieser teilt nun die Karten aus. Auch das Austeilen der Karten erfolgt nach einem speziellen Schema. Die erste Karte erhält der Ponte, das heißt, der jenige, der am meisten eingesetzt hat. Die zweite erhält der Banquier, die dritte der Ponte, dann wieder der Banquier. Die Karten werden verdeckt dem Croupier gereicht, der sie mit seinem Holzschieber (Palette) an den Mitspieler verteilt.
Regeln
Zu den Grundregeln gibt es noch weitere Regeln beim Chemin der fer.
Beim "Banco" setzt ein Spieler die Höhe der Banksumme. Meistens spielt er dann allein gegen die Bank. Maximal können zwei Spieler gegen die Bank spielen, die anderen Mitspieler müssen aussetzen. Auch auf Seiten der Bank kann bei "Banco-Double" ein Mitbänker mit bieten und die Summe erhöhen. Mit "Suivi" kann er nach einem verlorenen Banco-Spiel Revanche fordern.
Ein Baccara-Spiel kann nach jedem Coup beendet werden. In der Regel endet ein Spiel jedoch erst, wenn die Karten im Schlitten neu gemischt werden müssten. Der Betrag, der bei Spielende im Schlitten liegt, gehört dem Bankhalter (abzüglich der fünf Prozent Taxe).
Ponte
Für den Ponte gibt es bestimmte Regeln und Strategien. Diese richten sich nach der Anzahl der Punkte seiner beiden Karten.
- Bei null bis vier Punkten bittet der Ponte mit dem berühmten Spruch "Carte, s'il vous plait" um eine dritte Spielkarte. Die Karten legt er dabei nebeneinander (natürlich verdeckt) auf den Tisch.
- Bei fünf Punkten hat er die freie Wahl, ob er eine dritte Karte haben möchte.
- Bei sechs bis sieben Punkten legt er die Karten verdeckt übereinander und wird in der Regel keine weitere Karte wünschen. Dies bekundet er mit dem Spruch "Reste" oder "Non, Monsieur".
- Bei acht oder gar neun Punkten werden die Karten aufgedeckt und er sagt "Huit" oder "Neuf". Alternativ für dieses "Naturel" kann man auch "Le Grande" oder "Le Petite" sagen. Danach werden keine Drittkarten mehr verteilt. Der Bankhalter deckt seine Karten auch auf.
Banquier
Nachdem der Ponte nun dran war, ist der Banquier an der Reihe. Er legt die Karten ungesehen offen. Auch hier gilt bei acht oder neun Punkten, wird keine dritte Karte gezogen und sofort abgerechnet. Bei einer niedrigeren Punktzahl kann er eine vom Ponte gewünschte dritte Karte offen geben.
Das Verhalten des Bankhalters unter acht Punkte hängt von der Höhe der Augenzahl seiner Karten ab.
- Bei sieben Punkten wird er keine dritte Karte ziehen
- Mit sechs Punkten zieht er eine dritte Karte, wenn er dem Ponte eine 5, 6 oder 7 austeilt.
- Bei fünf Punkten verhält er sich genauso. Sollte der Ponte passen, hat der Banquier freie Auswahl bei der Ausgabe einer 4. Bei allen anderen Karten wird er passen.
- Mit vier Punkten kauft er, sofern der Ponte kein As, 8 und höher hat
- Bei drei Punkten zieht er keine Karte, wenn der Gegenspieler eine 8 hat.
- Bei den Punkten darunter zieht der Banquier stets eine Karte
Gewinn
Haben beide Partien nun ihre Karten gezogen, gewinnt natürlich der Spieler, der am nächsten an den neun Punkten dran ist. Haben beide gleich viele Zähler, ist der "Coup" ungültig. Gewinnt die Bank, kann der Bankhalter 95 Prozent des Gewinns entnehmen (Suite). Spielt er jedoch auch beim nächsten Coup die Bank, darf er dies nicht tun. Siegen die Pointiere so erhalten sie einen Gewinn in Höhe ihres Einsatzes.


