Zitat:
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Zitat von Deuce1
@Index
hast du eigentlich schonmal irgendwann "richtig" gezockt?
wenn ja,
hattest du dabei niemals das gefühl betrogen zu werden?
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Deuce, ganz klar...
Wenn es schlecht läuft...man eine horrende Verlust-Strähne hat...oder nach gutem Beginn nur noch bergab...klar hat man da das
Gefühl, daß das Ganze irgendwie gesteuert ist, von der Software so gewollt ist, etc....
Diesem
Gefühl kann auch ich mich nicht entziehen.
Das Problem ist:
Das
Gefühl trügt einen...
flow hat es mit dem Stichwort "selektive Wahrnehmung" schon angedeutet...
Wenn man seine ach so schlechte Session dann einfach mal statistisch/mathematisch betrachtet, dann ist das Geschehene gar nicht mehr sooooo unwahrscheinlich.
Ich habe hier noch was zum Lesen aus dem finanzwissenschaftlichen Bereich (der Autor heißt Gerd Kommer). Ersetze "Anleger" dabei durch Spieler/Zocker - die Parallelen sind verblüffend:
Zitat:
Im folgenden nennen wir im Schnelldurchgang die wichtigsten, von Ökonomen in hoch wissenschaftlichen Experimenten nachgewiesenen "Anlegerirrationalitäten". Über die Gültigkeit dieser Phänomene (hier stark verkürzt und selektiv dargestellt) besteht in der Wirtschaftswissenschaft kein Dissens mehr.
Overconfidence Bias (systematische Selbstüberschätzung): Anleger schätzen ihr Anlage-Know-How konsequent zu hoch ein. Zum Beispiel geben rund 85% aller befragten Privatanleger an, sie seien "überdurchschnittliche" Investoren. Eine Aussage, die schon allein aus mathematischen Gründen nicht stimmen kann. Eine andere Ausprägung des Overconfidence Bias besteht darin, dass die Bandbreite möglicher Ergebnisse für künftige Ereignisse (z.B. die möglichen Kurse einer bestimmten Aktie am Jahresende) systematisch unterschätzt wird.
Hindsight Bias (verzerrter Rückblick): Sobald ein Ereignis abgeschlossen ist (z.B. ein bestimmter Kursanstieg eingetreten ist), überschätzen Anleger systematisch das Ausmaß, in dem sie selbst dieses Ereignis hätten vorhersagen können. Auf Befragung deklarieren sie bestimmte Argumente als ihnen "schon vorher bekannt", die sie erste nach Eintritt des Ereignisses formuliert oder kennengelernt haben.
Verlustaversion (auch Dispositionseffekt genannt): Anleger bewerten Gewinne und Verluste identischer Größenordnung unterschiedlich, ebenso die Wahrscheinlichkeiten identischer Gewinne und Verluste. Verluste werden gefühlsmäßig als "gravierender" eingestuft als Gewinne gleicher Höhe. Im Ergebnis verkaufen Anleger – gemessen am optimalen Verhalten – Wertpapiere mit sinkenden Kursen systematisch zu spät (um Verlustrealisierung zu vermeiden) und Wertpapiere mit steigenden Kursen zu früh.
Kognitive Dissonanz (mentale Nichtübereinstimmung): Eine einmal gefaßte Einschätzung über den "richtigen" Kurs eines Wertpapiers wird unangemessen gering an neue Informationen angepaßt, wenn diese Informationen gegen die Richtigkeit dieser Kursschätzung sprechen.
Anchoring und Short Term Bias (inflexible Verankerung und Ungleichgewicht zur jüngsten Vergangenheit): Objektiv identische bzw. gleich bedeutsame Ereignisse werden in ihrer Wichtigkeit unterschiedlich gewertet, je nachdem wie lange sie zurückliegen. Anders formuliert: Die verhaltenssteuernde Wirkung von Informationen verfällt im Zeitablauf, unabhängig von ihrer tatsächlichen Bedeutung zu Gunsten weniger bedeutender aber jüngerer Ereignisse.
Magical Thinking (magisches Denken): Anleger rechnen sich die Ursachen eines Anlageerfolges oder –misserfolges persönlich zu, auch wenn andere Umstände ganz oder überwiegend dafür verantwortlich sind. So ist z.B. wissenschaftlich geklärt, dass 80 bis 95% des Anlageergebnisses eines Portfolios auf die in ihm enthaltenen Asset-Klassen (siehe Lexikon) zurückgeht, und eben gerade nicht auf die Auswahl einzelner Wertpapiere innerhalb der Asset-Klassen. Dennoch schreiben sich Anleger ihr Anlageergebnis in einer bestimmen Zeitspanne vollständig zu, selbst wenn sich die Asset-Klasse nie geändert hat oder eine andere Person die Asset-Klassen bestimmte.
Compartmentalisation (Denken in unangemessen isolierten Zusammenhängen): Das "big picture" (große Bild), das zur Beurteilung von Sachverhalten notwendig wäre – wird selbst, wenn der Anleger es kennt – zugunsten isolierter Betrachtung einzelner Daten und Argumente vernachlässigt. Die Vorteile von Indexanlagen sind hierfür ein gutes Beispiel. Obwohl ihre Überlegenheit gegenüber aktiv gemanagten Anlageprodukten auf der Basis Tausender Studien und mehrere zusammenlaufender Argumentationsketten bewiesen ist, stufen die meisten Anleger die Renditeerfolge einzelner Investoren oder die Aussagen einzelner "Experten" höher ein als die gesammelten Forschungsergebnisse der Finanzwissenschaft über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren.
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