In einer aktuellen Spiegel Ausgabe ist ein Text zu lesen, der das Finanzamt veranlasst
hat, allen professionellen Pokerspielern gesalzene Steuernachzahlungen auf ihre Poker-
gewinne zu schicken. Der Wortlaut des Spiegeltextes ist so: "Das Pokerspiel mag für
den Zufallsspieler als Glücksspiel zu werten sein, weil seine Chancen, gegen einen
Profipokerspieler zu gewinnen, gegen null tendieren.
" Der Profispieler hingegen nutzte
"persönliche Fertigkeiten und ein tieferes Spielverständnis."

Eddy Scharf, auch Pokerspieler hat nun eine 27 seitige Anklageschrift eingereicht, denn
wenn er diese Steuern nachzahlen müsste, wäre es laut seiner eigenen Aussage bankrott.
Der Prozess scheint so ein Musterprozess zu sein, denn viele anderen Pokerspieler haben
die gleichen Probleme und hoffen auf ein gutes Ende.

In Wirklichkeit würden nämlich nicht mal mehr als die Hälfte aller Pokerspieler wirklich
viel Geld damit verdienen, und wenn sie es tun, dann mit Sicherheit unversteuert. Das
Hauptargument Scharfs sei, dass Pokerspiel immer noch ein Glücksspiel ist. Er hat dazu
viele wissenschaftliche Texte zitiert und auch praktische Beispiele genannt.

Ein Problem ist aber, dass gerade die Medien, Anbieter und Spieler immer wieder betont
haben, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist und man als Pokerspieler einen "echten"
Beruf nachgehen würde. Damit hat man sich natürlich ins eigene Fleisch geschnitten.